Survival-Tipps für Zahnmedizinstudenten

| Know-how in der Praxis

Welche Fähigkeiten brauche ich, wenn ich Zahnarzt werden möchte? Was sollte ich vor dem Studium wissen? Welche „Survival“-Tipps gibt es, um durchzuhalten?

Zahnarzt ist für uns alle der schönste Beruf der Welt. Am Anfang steht allerdings ein Studium. Zugegebenermaßen ein sehr forderndes Studium. Es benötigt Geschick, Motivation zum Lernen und vor allem: Durchhaltevermögen.

Da die betriebswirtschaftlichen Basics im Laufe des Studiums häufig ein wenig zu kurz kommen, bietet der österreichische Digitalisierungspartner für Zahnärzte softdent regelmäßig eine Veranstaltung speziell für Studenten: „DENTUP Praxisführerschein für Starter“.

Was es sonst noch braucht, um sich im Laufe des Studiums behaupten zu können, weiß Manuel Lutz, Studienvertreter im Bereich Zahnmedizin der ÖH MED WIEN von der Universitätszahnklinik Wien. Es lohnt sich, in seinen Podcast für Studienanfänger reinzuhören, weitere Tipps verrät er hier.

Tipps und Infos für Zahnmedizinstudenten:

Ich interessiere mich für ein Studium der Zahnmedizin: Welche Voraussetzungen sollte ich mitbringen?

Im Zentrum des Ganzen sollte der Spaß daran stehen, mit Menschen zu arbeiten. Darüber hinaus sollte man sich im Klaren sein, dass es eine sehr intime Beziehung zu einer fremden Person ist und damit muss man klarkommen. Das fasziniert mich total an dem Beruf.

Man sollte auch ein gewisses Durchhaltevermögen und Selbstkontrolle mitbringen, weil man immer wieder vor Themen gestellt wird, die einem jetzt nicht wichtig erscheinen und die man trotzdem lernen muss, damit es langfristig funktioniert.

Ein gewisses Maß an Geduld ist erforderlich. Ebenso wie eine Frustrationstoleranz in Momenten, wo man vor gewisse Herausforderungen gestellt wird. Ob das Prüfungen sind oder handwerkliche Fähigkeiten oder einfach die Fähigkeit mit den Patienten umzugehen, wenn man quasi „ins Kalte Wasser geschmissen wird“ – damit muss man klarkommen, das kann man lernen.

Aber man braucht trotzdem eine gewisse Kompetenz dafür und ein handwerkliches Interesse sollte auch da sein. Es ist einfach ein Handwerk und wer zwei linke Daumen hat, kann es natürlich auch lernen, aber es macht deutlich mehr Spaß, wenn man da einen gewissen Grad an Talent und Motivation mitbringt.

Welche Tipps haben Sie speziell für Erstsemestrige? Was ist vor allem am Anfang des Studiums gefragt?

Durchhaltevermögen gilt für jedes Studium. Aber speziell in unserem Fall ist das Studium sehr lang. Es ist auch so, dass man mehr oder weniger bis zum Schluss keine formale Kompetenz hat. Während es in anderen Studiengängen ein gewisses Mitlernen gibt und man schon als Werksstudent arbeiten kann, man hat schon ein Gefühl für seine Fähigkeiten.

Bei uns sind einem wirklich bis zum Ende des Studiums die Hände gebunden, man darf nirgends arbeiten und tätig sein. Damit muss man schon auch klarkommen, dass man das ganze Studium lange eingeschränkt ist und erst ganz zum Schluss hat man es geschafft. Das muss man sich immer vor Augen halten, sonst gibt’s ab und zu ein paar Rückschläge.

„Man möchte immer und darf aber nicht.“ Was für die Studenten schwer ist, ist natürlich absolut in Ordnung und legitim. Bei so wichtigen Berufen, die in die Gesundheit anderer eingreifen, muss man wirklich jeden Schritt qualitativ absichern.

Ich denke am Anfang des Studiums ist vor allem gefragt, dass man Bescheid weiß, dass (zumindest in Wien) die humanmedizinischen Inhalte an oberster Stelle stehen und man mit Zahnmedizin zwei Jahre lang praktisch keinen Kontakt hat.

Das wirft viele gedanklich ein bisschen aus dem Rahmen, weil sie sich fragen, warum ich das brauche, wenn ich Zahnarzt werden will. Das wirklich praktische Arbeiten kommt erst nach der Approbation.  Man sollte auf jeden Fall wissen, dass vieles danach erst kommt.

Es ist außerdem sehr lernintensiv und Spaß am Lernen sollte für dieses Studium eine Grundbedingung sein. Wer von Anfang an auf Kriegsfuß mit dem Lernen steht, wird nicht glücklich werden.

Das gilt übrigens für das ganze Leben. Wir sind verpflichtet, immer wieder Fortbildungen zu machen und uns am Puls der Zeit weiterzubilden. Wer das nicht möchte, sollte den Beruf nicht wählen.
 

Haben Sie "Survival"-Tipps für die Studenten? Welche Insidertipps und Infos hätten Sie gerne vor dem Studium schon gewusst?

Das Stichwort hier heißt „Dranbleiben“ – sich einfach nicht unterkriegen lassen und Schritt für Schritt machen. Jeder ist in seinem Studium, unabhängig ob Zahnmedizin oder ein anderes Fach, auf individuelle Art und Weise gefordert und überfordert.

Was ich als besonders wichtig empfinde, ist, dass man in der Zahnmedizin nicht nach den anderen schauen soll. Man darf das jetzt nicht falsch verstehen, man kann sich gerne an anderen orientieren und der Austausch mit anderen ist wichtig, aber ich glaube, dass ein zu starker Vergleich mit den Kollegen belasten kann.

Es gibt immer Personen mit viel mehr Erfahrung und Fähigkeiten. Dann glaubt man, man kann mit denen nicht mithalten. Das wirft einen im Lernprozess und mental sehr zurück. Deswegen ist das so ein wichtiger Tipp an Studierende der Zahnmedizin!

Was ich auch empfehlen würde, ist, dass man vor dem Studium einmal ein Praktikum im zahnärztlichen Bereich macht und sich das anschaut. Wobei es ist generell wichtig, dass man vorher schon Arbeitserfahrung sammelt, auch in Bereichen, die damit nichts zu tun haben.

Völlig egal, wo oder als was, Erfahrung im Berufsleben und Erfahrung in der Arbeit mit Menschen hilft auf jeden Fall für das Studium, insbesondere im Umgang mit anderen Menschen. Das würde ich jedem raten!

Digitaler Workflow ist für moderne Zahnarztpraxen gefragter denn je: Inwieweit wird bereits im Studium auf die technischen Möglichkeiten eingegangen?

Also ich bin der Meinung, dass der Zugang dazu und dass der Eingang darauf im Studium nur sehr gering ausgeprägt ist. Man erhält sehr wenig Einblicke in die Abläufe, es wird sehr viel für einen übernommen.

Das bedeutet, man muss sich jetzt nicht damit beschäftigen, wie die Patienten zu einem kommen, wie füllen diese dann notwendige Formulare aus, wie übermittle ich interne Daten an Krankenkassen, wie funktioniert das mit der Zahntechnik oder Terminvergabe, was soll ich bei Terminen priorisieren?

All das wird während des Studiums von anderen übernommen, was in unserem Fall sicherlich eine Berechtigung hat, weil es in unserer Ausbildung um die zahnmedizinischen Fähigkeiten geht. Auf der anderen Seite würde ich mir persönlich wünschen, dass man darauf ein bisschen mehr eingeht und man selbst mehr in die Abläufe eingebunden wird.

Insgesamt ist die Frage zu beantworten: Es wird kaum drauf eingegangen und wenig darüber aufgeklärt. Ich würde mir da mehr wünschen, obwohl es natürlich auch seine Berechtigung hat, dass wir das nicht lernen.

Gibt es sonst noch ein Anliegen, das Sie gerne an unsere Leser weitergeben möchten?

Als Vertreter der ÖH für die Zahnmedizin möchte ich den Bloglesern mit auf den Weg geben, dass wir immer offen sind für Anfragen aus dem zahnmedizinischen Bereich oder aus der Privatwirtschaft. Wir sind sehr interessiert an der Vernetzung von Studierenden und Wirtschaft. Kommen Sie auf uns zu!

 

* Ausschließlich zum Zweck der leichteren Lesbarkeit wird auf diesem Blog das generische Maskulinum verwendet. Hiermit sprechen wir ausdrücklich alle Geschlechteridentitäten ohne wertenden Unterschied an.

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Manuel Lutz, ÖH MED WIEN ZAHN
shutterstock/Karkhut

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