„Ich würde jedem den Praxisführerschein empfehlen – sogar Zahnärzten mit 20 Jahren Praxiserfahrung!“

| Know-how in der Praxis

Manuel Lutz, Studienvertreter Zahnmedizin der ÖH MED WIEN im Interview über Praxisführerschein, Vernetzung unter Kollegen und die Zukunft der Zahnmedizin.

softdent – der österreichische Digitalisierungspartner für Zahnärzte – ist seit jeher ein wichtiger Partner der Universitäten. Regelmäßig gibt es die Möglichkeit, beim „DENTUP Praxisführerschein für Starter“ die Basics in den Bereichen Organisation und Abrechnung, Verwaltung und Personalwesen sowie Marketing und Kommunikation zu erlernen.

Wer eine Praxis gründet, muss nicht nur ein guter Zahnarzt sein, sondern auch Offenheit und Innovationsgeist mitbringen. Es gilt, sich über Themen wie Aufklärung und Dokumentation, Jobsharing und Praxisübernahme oder Marketing und Patientenbindung zu informieren.

Mit den praktischen Tools von softdent wird die Termin- und Tagesplanung zum Kinderspiel: Ein optimaler digitaler Workflow ermöglicht minimale Wartezeiten und weniger Stress. Dasselbe gilt für die korrekte Abrechnung und Preisgestaltung.

All das sind Faktoren, mit denen man im Zuge des Studiums nur wenig in Berührung kommt. Das weiß auch Manuel Lutz, Studienvertreter Zahnmedizin der ÖH MED WIEN Universitätszahnklinik. Nicht zuletzt deshalb hat auch er den softdent Praxisführerschein absolviert.

Im Interview hat uns der engagierte Studienvertreter, der auch einen Podcast für Studienanfänger aufgenommen hat, alles rund um den Praxisführerschein, Vernetzung sowie die Zukunft der Zahnmedizin verraten:

Manuel Lutz im Interview:

Sie haben mit softdent den „Praxisführerschein“ gemacht. Wie läuft das konkret ab?

Vorab zur Info: Wenn man Student ist und an diesem Praxisführerschein teilnimmt, dann gibt es vom Veranstalter, also von softdent, eine Ausschreibung, die Zeitpunkt und Ort nennt und wo man sich anmelden kann.

Es ist sehr exklusiv, bei Interesse muss man sich aufgrund der geringen Teilnehmerzahl frühzeitig melden. Damit eine gute Interaktion und Fragen von Einzelnen möglich sind, besteht die Runde nur aus 20 Personen.

Zielgruppe der Veranstaltung sind vor allem Studierende der Zahnmedizin. Man kann sich den Praxisführerschein dann wie ein informelles Zusammentreffen vorstellen, wo auch Snacks und Getränke zur Verfügung gestellt werden und wo ein Austausch mit den Kollegen und Studierenden passieren kann.

Man sieht sich nach dem Studium oft nicht mehr, weil jeder total beschäftigt ist, so kann man mal ein bisschen über den Tellerrand rausschauen. Während des Praxisführerscheins erhält man einen sehr guten Rundumblick, was wichtig für den zahnärztlichen oder -medizinischen Praxisbetrieb ist.

Der Fokus liegt auf sehr wesentlichen Themen, die einen insbesondere in der Gründungsphase einer Zahnarztpraxis betreffen.

Ich war von der Qualität der Dozenten sehr angetan, die das wirklich super aufbereitet und sehr verständlich und zielgruppennahe präsentiert haben. Es wurde darauf geachtet, dass Studenten vor einem sitzen, die eine ganz andere Herangehensweise an die Thematik haben als jemand, der schon 20 Jahre im Beruf arbeitet. Sämtliche Inhalte wurden demnach gut verständlich und praxisnah vermittelt.

Aus Sicht der ÖH möchte ich auch noch betonen: Wir sind die Vertretung der Studierenden und versuchen immer, für die Studierenden derartige Events ins Leben zu rufen, wo es die Möglichkeit gibt, sich neben der Uni fortzubilden.

Es ist wahnsinnig aufwändig, im Curriculum etwas zu ändern. Wir sind aber der Meinung, dass es sehr wohl nötig ist, den Studierenden praxisnahe unternehmerische Fähigkeiten zu vermitteln – vor allem den angehenden Zahnärzten – und deswegen möchten wir es fördern, dass hier über den Tellerrand geschaut wird. Deshalb sind wir aktiv daran interessiert, mit der Privatwirtschaft in Kontakt zu treten und sind offen für Anfragen.

Was bringt der Praxisführerschein – würden Sie dies Ihren Studienkollegen weiterempfehlen?

Ich denke, es bringt einen sehr intensiven Bezug zur Praxis im zahnmedizinischen Bereich. Unter Praxis verstehe ich jetzt nicht nur den handwerklichen Bereich, sondern vor allem auch die Ordinationsführung und das Arbeiten in der Ordination als wirtschaftliches Unternehmen ebenso wie als medizinisches Dienstleistungszentrum.

Man lernt dabei sehr viel über allgemeine unternehmerische Fähigkeiten, die im Studium gänzlich zu kurz kommen, wo natürlich die Basisfähigkeiten zur Finanzierung, Abrechnung, Versicherung, Marketing usw. miteinfließen.

Ich möchte herausstreichen, dass diese Veranstaltungsreihe einen ganzheitlichen Blick auf die zahnmedizinische Berufsausbildung wirft. Ich würde das absolut empfehlen – jedem – sogar Personen, welche schon 20 Jahre Praxiserfahrung haben. Im kollegialen Austausch kann man wahnsinnig viel lernen und diskutieren.

Was ist aus Ihrer Sicht für die Zahnarztpraxis der Zukunft besonders wichtig?

Die herausforderndste Fragestellung ist die Patientenbindung. Die Zahnärzte stehen immer mehr vor der Herausforderung, dass wir sehr informierte Patienten haben. Die kennen alle Möglichkeiten, die es gibt.

Die kennen Möglichkeiten für Alternativen oder wissen, wo sie eine günstigere Behandlung kriegen. Ich glaube, die wichtigste Fähigkeit wird in Zukunft sein, den Patienten an sich zu binden. Das kann natürlich über digitale Tools sein, über kluge Terminvergaben, sichere Termine, Verlässlichkeit, Erinnerungen, usw.

Aber ich glaube, es muss auch über gute Argumentation und Kommunikation gehen, warum eine Behandlung bei mir gemacht werden sollte, oder warum eben nicht. Das ist die größte Herausforderung.

Wir sehen immer wieder, dass viele ins Ausland gehen und Implantatskonstruktionen erhalten, die sicherlich gut sind, aber es wird nicht immer zuverlässig darauf geschaut, dass das auch die richtige Versorgung für den individuellen Patienten darstellt. Es wird oft über die notwendige Nachsorge nicht ausreichend aufgeklärt.

Und nicht jede Behandlungsmöglichkeit stellt für jeden Patienten die richtige Behandlung dar. Das darzulegen und dem Patienten verständlich zu machen, ist die entscheidende Frage unseres zukünftigen Berufsstandes.

Wir müssen gut und ehrlich mit dem Patienten kommunizieren. Darüber hinaus denke ich, dass es eine zunehmende Spezialisierung geben wird. Es wird wichtig, in Zukunft sein Spezialgebiet zu kennen.

Natürlich wird es auch weiterhin den Zahnarzt geben, der sich um alles kümmert, aber es geht zunehmend dahin, dass es einen gibt, der nur Weisheitszähne zieht und einer macht nur Kronen bis hin zur Kieferorthopädie, die schon heute ein Spezialgebiet ist.

Auch die Digitalisierung aller Prozesse wird für Zahnärzte besonders wichtig werden. Erfolg hat der, der den Ordinationsbetrieb wirtschaftlich, personell und kommunikativ am besten kontrolliert und das in allen Feldern. Es geht darum, Abläufe innerhalb der Praxis zu koordinieren – von der Bestellung von Material über Terminvergabe bis hin zu steuerlichen oder rechtlichen Angelegenheiten usw. Natürlich gehören dazu auch regelmäßige Feedbackgespräche mit Angestellten und eine gesunde Ordinationskultur.

Gibt es sonst noch ein Anliegen, das Sie gerne an unsere Leser weitergeben möchten?

Als Vertreter der ÖH für die Zahnmedizin möchte ich den Bloglesern mit auf den Weg geben, dass wir immer offen sind für Anfragen aus dem zahnmedizinischen Bereich oder aus der Privatwirtschaft. Wir sind sehr interessiert an der Vernetzung von Studierenden und Wirtschaft. Und wenn es Interesse gibt, sind wir jederzeit bereit und sehr offen für Anfragen. Kommen Sie auf uns zu!

 

* Ausschließlich zum Zweck der leichteren Lesbarkeit wird auf diesem Blog das generische Maskulinum verwendet. Hiermit sprechen wir ausdrücklich alle Geschlechteridentitäten ohne wertenden Unterschied an.

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shutterstock/Olivier Le Moal
Manuel Lutz, ÖH MED WIEN ZAHN

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