Finanzierungsplanung für Praxisstarter

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Worauf sollte man bei der Gründung einer Praxis achten? Was sind die Schlüsselfaktoren zu nachhaltigem Erfolg in der Praxis? Von Jobsharing bis zur Gemeinschaftspraxis - welches Modell rechnet sich für wen? Worauf Praxisstarter achten sollten, verrät Tina Jung, MBA von MEDplan am sofdent Blog. 

 

"Aller Anfang ist schwer" lautet ein gängiges Sprichwort. Das wird sich vielleicht auch der eine oder andere Praxisgründer denken. Das muss aber nicht so sein. Wer von Anfang an die richtigen Schritte setzt, wird als Zahnarzt rasch Erfolg in der Praxis ernten. Worauf man besonders achten sollte, weiß Tina Jung, MBA von MEDplan.

Tina Jung, MBA im Interview:

Inwieweit unterstützen Sie bzw. MEDconcept junge Ärzte bei der Praxisgründung bzw. „alte Hasen“ der Branche bei der Sicherung Ihres Praxiserfolgs?

Getreu unserem Leitsatz „Sie machen Medizin – wir den Rest.“, begleiten meine Partnerin, Frau Mag. Iris Kraft-Kinz, und ich jeden unserer Klienten individuell und ganzheitlich von der Idee bis zur Praxiseröffnung und beraten und unterstützen auch bei allen Fragen rund um Praxisorganisation und -management.

Das Kernstück unserer Arbeit bildet dabei der Business Plan. Ohne einen grundsoliden Business Plan ist jede Neugründung eine „Blackbox“, denn hier werden alle Chancen und Risiken auf Herz und Nieren geprüft, und die Ressourcen wie z.B.  Investitionen, Kapazitäten oder Personalbedarf ermittelt, die für eine erfolgreiche Umsetzung benötigt werden.

Außerdem wird der Großteil der Praxisgründungen immer noch mittels Fremdkapital finanziert, und damit ist der Business Plan auch DIE Überzeugungsgrundlage für jede Bank.

Was nun die „alten Hasen“ der Branche betrifft, bieten wir unseren Klienten ein ganzheitliches Praxiscontrolling an. Mit unserem eigens entwickelten „Controlling Cockpit“ durchleuchten wir dabei gemeinsam mit dem Klienten seine Ordination auf Optimierungspotential. Unsere Instrumente bieten dem Klienten einen schnellen und transparenten Überblick aller relevanten Kennzahlen inklusive Benchmarking. So lassen sich Handlungsempfehlungen ableiten, und unerwünschten Entwicklungen kann frühzeitig gegengesteuert werden.

Wo kann Ihrer Einschätzung nach  häufig optimiert werden, um den Erfolg einer Praxis sicherzustellen?

Eine Antwort darauf ergibt sich erst durch die Ermittlung des Status quo der jeweiligen Praxis, der aber immer variieren kann. Um den Status Quo zu erhalten, sind wir wieder beim Thema Praxiscontrolling: Im Praxiscontrolling werden u.a. die Produktivität von Mitarbeitern und Behandlern geprüft, die Personalkostenquote und die Umsatzverteilung erhoben und diese Zahlen jeweils mit dem Fachgruppendurchschnitt verglichen. Hier zeigt sich, was dem Arzt pro Behandlung übrig bleibt, welche Behandlungen wirklich rentabel sind oder wie hoch der Umsatz pro Stuhl und dessen Auslastung sind. Und erst jetzt lassen sich mögliche Optimierungspotentiale und Handlungsempfehlungen z.B. hinsichtlich Honorar, Personal, Leistungsangebot, Terminmanagement oder Aufbau- und Ablauforganisation ableiten. Aber eines variiert ganz sicher nicht: Optimierungspotentiale schlummern in jeder Zahnarztpraxis!

Was sind die Schlüsselfaktoren für den nachhaltigen Erfolg einer Praxis?

  1. Mitarbeiterzufriedenheit, denn nur zufriedene Mitarbeiter bleiben langfristig,
  2. Patientenzufriedenheit, denn nur zufriedene Patienten kommen wieder,
  3. Standards & Organisation, denn nur analysierte Arbeitsprozesse und -abläufe und definierte Standards innerhalb einer Praxis führen zu einem nachhaltigen Erfolg,
  4. Wirtschaftlichkeit, denn eine umfassende Informationslage – durch Praxiscontrolling – ist nachweislich ein zentraler Erfolgsfaktor.

    Erfolgsfaktoren einer Zahnarztordination

Der Grundstein für den Erfolg wird zumeist bereits bei der Praxisgründung gelegt. Von Jobsharing über Nachfolgemodelle bis zu Gemeinschaftspraxen. Welche Möglichkeiten der Organisation gibt es, und was sind die Vor- und Nachteile?

Da gibt es zunächst die Unterteilung in unselbstständig und selbstständig. Bei unselbstständiger Berufsausübung, also einem Angestelltenverhältnis, liegen die Vorteile vor allem in der besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie und dem Wegfall eines unternehmerischen Risikos, die Nachteile in der Weisungsgebundenheit und dem „Dienst nach Vorschrift“.

Die Selbstständigkeit wiederum lässt sich unterteilen in die Einzelpraxis oder die Berufsausübung zu mehreren. Die Pros der Einzelpraxis liegen ganz klar in der wirtschaftlichen Unabhängigkeit und der Möglichkeit seinen Beruf vollkommen selbstbestimmt auszuüben. Gleiches gilt für die Gestaltung und Führung der eigenen Praxis. Auf der anderen Seite birgt natürlich gerade dies das größte Risiko, denn es wird praktisch bei null gestartet – keine Patienten, keine Mitarbeiter, keine Lieferanten usw.

Bietet sich die Möglichkeit zur Übernahme einer Praxis, dann hat dies den großen Startvorteil, dass – im besten Fall – eine bereits etablierte Praxis mit bestehendem Patientenstamm übernommen wird inklusive Minimierung des eigenen unternehmerischen Risikos. Nachteile können sein, dass die übernommene Praxis nicht wirklich den eigenen Vorstellungen entspricht oder in enttäuschten Erwartungen liegen, wenn die Praxis wider Erwarten nicht floriert (wie beim Vorgänger).

Bei einer Berufsausübung mit Partnern handelt es sich bei Zahnärzten zumeist um Praxisgemeinschaften. Praxisgemeinschaft heißt getrennter Patientenstamm und jeder Beteiligte erwirtschaftet seinen eigenen Gewinn. Generell liegen die Vorteile einer Zusammenarbeit natürlich immer in einer besseren Auslastung und damit verbundenen Kostenvorteilen. Gegenseitige Vertretungen und Arbeitsteilung sind bei diesem Modell allerdings nicht möglich.

Das Jobsharing schließlich ist eine temporäre Praxisform. Zwei Zahnärzte arbeiten auf einem Kassenvertrag auf bestimmte Zeit und unter bestimmten Gründen. Personal und Ordination werden gemeinschaftlich genutzt. 

Dieses Modell bietet sich z.B. bei einer geplanten Praxisübergabe an oder wenn beide Zahnärzte aus familiären Gründen weniger arbeiten möchten.

Doch bei allen Chancen und Risiken – die richtige Ordinationsform ist immer abhängig von den persönlichen Lebenszielen und der persönlichen Risikobereitschaft!

Vom Förderprogramm der „Geschäftsbelebung“ im Wiener Bereich bis hin zur Digitalisierungsförderung – inwieweit können  Praxisgründer bzw. Zahnärzte derzeit von Förderungen profitieren?

Eines haben alle Förderungen gemeinsam – eine Förderung ist immer vor Projektbeginn zu beantragen. Daher ist es wichtig, sich bereits im Vorfeld rechtzeitig zu informieren.

Und genau hier beginnen die Schwierigkeiten, denn es gibt ein durchaus breites Spektrum an Förderungsmöglichkeiten, von der Gründungsförderung (Stichwort: NeuFöG) bis zur Projektförderung, von Geschäftsbelebung Jetzt! für Wien bis zur Förderung der Barrierefreiheit von Ordinationen.

Hier den Überblick zu erhalten und auch zu behalten ist für den Laien oftmals schwer bis unmöglich.

Als zertifizierte Digitalisierungsberaterin habe ich persönlich schon viele Projekte, insbesondere im Bereich der Digitalisierung und deren Förderung, unterstützt. Förderprogramme sind hier beispielsweise KMU.DIGITAL oder auf regionaler Ebene Wien digital.

Sehr gerne beantworte ich alle weiterführenden Fragen zu Fördermöglichkeiten, Antragstellung oder Ablauf unter tina.jung@medconcept.at oder telefonisch unter 0660 799 4000.

Warum ist ein stimmiges Digitalisierungskonzept für den Erfolg einer Ordination heutzutage so wichtig?

Insbesondere die Corona-Pandemie hat den Nutzen von expertengeprüften und rechtssicheren digitalen Tools gezeigt, die in der Vergangenheit vernachlässigt wurden, und viele medizinische Einrichtungen in der Krise vor große Herausforderungen stellte.

Mittlerweile haben viele Ärzte den Nutzen mobiler Anwendungen erkannt. Beispielsweise per Tablet-Ordination zu einer kontaktlosen Patientenaufnahme inklusive Minimierung des Infektionsrisikos für Patienten und Ordination und Verkürzung der Wartezeit.

Die digitale Patientenakte, die überall und jederzeit in der Ordination abrufbereit ist. Was bisher doppelt und dreifach ausgedruckt wurde inklusive potenzieller Fehlerquellen kann nun digital erfolgen, ebenso Nachforschungen und Recherchen.

Oder mit einer digitalen Zeiterfassung nie wieder Stunden- und Urlaubszettel einsammeln und kontrollieren müssen – einfacher geht es kaum.  

Und das Ziel der Digitalisierung ist immer, dass es für die Ordination und ihre Mitarbeiter einfacher werden soll. D.h. mehr Präzision, Komfort und Effizienz und insbesondere mehr Zeit für die Medizin.

Summa summarum führt das RICHTIGE Digitalisierungskonzept zu einer optimierten Praxis, zufriedenen Mitarbeitern und einem stressfreien Arbeitsumfeld.

 

* Ausschließlich zum Zweck der leichteren Lesbarkeit wird auf diesem Blog das generische Maskulinum verwendet. Hiermit sprechen wir ausdrücklich alle Geschlechteridentitäten ohne wertenden Unterschied an.

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Bild: shutterstock/ponsulak
Bild: Mag. Iris Kraft-Kinz
Bild: Tina Jung, MBA

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